Die Arbeit des Müllers in vergangenen Zeiten,
heute ist natürlich in der Mühle vieles einfacher geworden.

Lob dem Müller!

Man denkt es sei des Müllers Stand
Der leichteste im ganzen Land,
Doch schaust Du nur ein Weilchen zu,
Siehst Du nur Arbeit, wenig Ruh.

Wenn andere Menschen schlafen gehn,
Muß er auf schwerer Wache stehn.
Bald stockt der Gang, bald stockt das Eis,
Bald läuft er leer, bald läuft er heiß.

Mit schweren Säcken trabt er dann
Die Treppen ab, die Treppen an,
Und weil die Mühle niemals steht,
Das ganze Jahr es fort so geht.

Am Felde warten Pflug und Pferd,
Im Stall, im Hof wird er begehrt,
Im Hause sorgen Weib und Kind,
Not, Krankheit bleibt, -das Wasser rinnt.

Und denkt er endlich auch an Ruh
Und kühle Erde deckt ihn zu,
Dann steht auf seinem Leichenstein:
„Hier liegt zermahlt ein Müllerlein“.

I. Kolbe